Wenn aus dem „GLEICH“ ein „SPÄTER“ wird!

Mama, ich mag mit dir Puppen spielen!

Meine Tochter, sitzt im Wohnzimmer und wartet auf mich. Zwei Mal, hat sie mich bereits zum Spielen aufgefordert.

Ich bin gleich bei dir, ich muss nur noch schnell die Teller in den Geschirrspüler räumen!

Ich schlichte die Teller in den Geschirrspüler. Da fällt mir ein, dass die Waschmaschine schon fertig sein müsste. Ich werfe einen kurzen Blick zu meiner Tochter. Sie scheint mit Puppen anziehen beschäftigt zu sein, also husche ich noch ganz kurz in die Waschküche. Auf den Weg dorthin, sammle ich noch schnell zwei schmutzige Geschirrtücher und ein Paar getragene Socken ein.
In der Waschküche, stelle ich fest, dass die Katzen das Futter auf dem Fußboden verteilt haben. Um nicht versehentlich hinein zu treten, wische ich es lieber gleich sauber.
So, jetzt kümmere ich mich noch geschwind um die Wäsche und dann …
… steht plötzlich meine Tochter in der Tür. Sie sieht mich mit finsterer Miene an und ruft empört:

MAMAAAA! Du sollst JETZT ENDLICH kommen und mit mir Puppen spielen!!

Kennt ihr das?
Mir passiert es leider immer und immer wieder. Ich sage gleich, schnell, kurz … und was wird daraus? Ein irgendwann, später oder länger!

Zum Glück, halten mir meine Kinder immer wieder fleißig den Spiegel vor. Erst gestern Abend, bat ich unsere Tochter, ins Badezimmer zu kommen um ihre Zähne zu putzen. „Ja, gleich“ rief sie mir aus dem Bastelbereich zu.
Ihr könnt Euch denken, was aus dem „gleich“ wurde? Richtig! Es wurde ein „später„!

Nach drei Mal „ich komme gleich„, fühle ich mich dann doch ziemlich verärgert und keineswegs ernst genommen! 

Wie fühlen sich also meine Kinder, wenn ich durchs Haus hetze, um ständig noch schnell dies oder jenes zu erledigen, und kurz das ein oder andere zu machen, während sie auf mich warten, weil ich versprochen habe, gleich für sie da zu sein? Fühlen sie sich ernst genommen? Wertvoll? Respektiert? Wohl kaum! Frustriert? nicht gesehen? verwirrt? Schon eher!

Schon klar, Hausarbeit und viele andere Dinge, gehören erledigt! Stapelt sich das Geschirr in der Küche und die Zeitschriften auf dem Tisch, zieren Handabdrücke die Fensterscheibe oder kriecht der Lurch durch das Haus, fühle ich mich ehrlich gesagt auch nicht wohl. Sauberkeit und Ordnung im Haus, sind mir wichtig und diese Werte, möchte ich meinen Kindern auch mit auf den Weg geben.
Wenn ich jedoch gehetzt durch das Haus jage, um noch schnell und kurz möglichst viele Dinge zu erledigen, während die Kinder vergebens auf mich warten und ihren aufgestauten Frust einer beim anderen ablädt, verursacht dies in der Familie eine Menge Stress. Außerdem, wird es mir auf diese Art wohl nicht gelingen, ein positives Vorbild abzugeben.

Von nun an, will ich versuchen ehrlich zu sein und das einzuhalten was ich verspreche. Ich denke, dass meine Kinder besser damit klar kommen, wenn ich sage, dass ich in Ruhe noch dies und das erledigen möchte und nachher für sie da bin. Mit all meiner Aufmerksamkeit, ohne mich von Geschirrbergen und schmutziger Wäsche ablenken zu lassen. Vor allem, wenn sie darauf vertrauen können, dass ich mein Versprechen halte. Und alles was ich an Arbeiten nicht geschafft habe, erledige ich abends. In Ruhe!

Wie schupft ihr (neben Kinder, Partner, Job usw…) euren Haushalt? Geht es Euch ähnlich wie mir, oder habt ihr das alles etwas besser im Griff?

Eure, Manuela!

 

2 Gedanken zu „Wenn aus dem „GLEICH“ ein „SPÄTER“ wird!“

  1. Liebe Manuela, einen wunderschönen Blog hast Du da! 🙂 Was Du schreibst, kommt mir äußerst bekannt vor. Wobei ich mir in Sachen Hausarbeit wie Sisyphos höchstpersönlich vorkomme. Ich krieg das trotz aller Rödelei einfach nicht auf die Reihe.

    Mir geht es exakt genauso wie Dir: Ich vertröste meine Töchter, wenn sie mit mir spielen wollen, auch permanent mit „gleich“, weil dort noch etwas weggeräumt und da noch einiges vobereitet werden muss. Aus „gleich“ wird dann schnell mal eine halbe Stunde. Ich beisse mir in den Hintern dafür.

    Vor Jahren – ich hatte noch keine eigenen Kinder – erzählte mir eine Freundin, dass ihr erstes Wort „gleich“ war, weil das wohl ihre Mutter ständig zu ihr sagte. Und auch wenn ich heute nachvollziehen kann, wie es der Mutter damals erging, bin ich doch sehr erleichtert, dass meine Kinder als Erstes „Mama“ und „Papa“ sagten. Ich muss aber immer wieder an diese Ankedote denken. Irgendwie ist sie zu einer Art „Mahnmal“ für mich geworden. Und ich versuche auch immer öfter, mit den Kindern zu spielen, obwohl um mich herum Anarchie und Chaos herrschen.

    Herzliche Grüße,
    Mary

    1. Liebe Mary! Dankeschön für dein Kommentar 🙂
      Ich denke, ganz vielen Müttern (und Kindern) geht es so! Uns hat es wirklich geholfen, wenn ich klare Aussagen tätige wie:“ ich möchte noch … machen, und dann habe ich Zeit!“ (und mich natürlich daran halte :-P). Ausserdem sage ich jetzt öfter:“ ich möchte vorher IN RUHE noch… machen“ oder “eines nach dem anderen“ Diese kleinen Worte, können überraschend viel bewirken und den Stress mindern!
      Ich wünsche Dir alles Liebe!
      Herzliche Grüße, Manuela

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